webinar register page

Prof. Dr. Margarete Vöhringer Biopolitik im disziplinären Netzwerk: Wie Medizin, Pädagogik, Arbeitswissenschaft und Eugenik den Neuen Menschen der frühen Sowjetunion formten
Mitte der 1920er Jahre hatte man in der Sowjetunion neben der beschleunigten Industrialisierung mit der Verwandlung von Bauern in Arbeiter zu tun. Man fand sich in der paradoxen Situation wieder, dass der Neue Mensch, der zum einen die neue Gesellschaftsform des Sozialismus erschaffen musste, zugleich ein Effekt der neuen, noch nicht existierenden Welt sein sollte. Zur Lösung dieser Paradoxie schienen nur die Wissenschaften vom Menschen in der Lage. Die Sozialistische Akademie der Wissenschaften richtete nun Abteilungen nicht nur für Mathematik und Physik, sondern auch für Psychologie, Neurologie und Biologie ein. Hier wurden vor allem die praxisbezogenen Disziplinen programmatisch entworfen – Pavlovs Reflexlehre als Grundlage für die Pädagogik, die Arbeitswissenschaften als Anwendungsfeld von Physiologie und Psychologie und schließlich die Eugenik als Anwendungsbereich der Genetik. Anhand verschiedener Beispiele untersucht Margarete Vöhringer die Kühnheit des Strebens nach dem Neuen Menschen, verweist aber auch auf die potentiell katastrophalen biopolitischen Folgen.
Webinar logo
Webinar is over, you cannot register now. If you have any questions, please contact Webinar host: Małgorzata Jędrzejczyk.